
Filmbewertungsstelle (FBW) vergibt die Auszeichnung:
Dokumentarfilm, Prädikat besonders wertvoll
Das Herz von Jenin
Als sein Sohn wegen einer Plastikwaffe vom israelischen Militär tödlich verletzt wird, trifft der Palästinenser Ismael Khatib eine mutige Entscheidung und gibt die Organe seines Kindes zur Spende im israelischen Krankenhaus frei. Später macht er sich auf, um die jungen Empfänger - ein Drusenmädchen, einen Beduinenjungen und die Tochter von orthodoxen Juden - aufzusuchen und scheut auf seinem Weg der Versöhnung auch nicht vor konfliktreichen Begegnungen zurück. Von Anfang an begleiteten der deutsche Regisseur und sein israelischer Kollege diese außergewöhnliche Geschichte und bilden damit gleichzeitig einen Querschnitt verschiedener Lebenswirklichkeiten im Krisengebiet ab. Alle Szenen sind mit einem genauen Blick aufs Detail und einem sicheren Gespür für die Wirkung des Gezeigten inszeniert. So reißen auch die extremen Kontraste den Film nie auseinander. Statt dessen spürt man bei aller Kunstfertigkeit die Dringlichkeit, mit der die Regisseure diese Geschichte erzählen wollen. Und weil sie so nah an den Personen bleiben, gelingen ihnen ganz außergewöhnliche Sequenzen. Ein bewundernswertes, humanes und politisch hochaktuelles Plädoyer, das seine Wirkung nicht verfehlt.
Die Filmbewertungsstelle (FBW) in Wiesbaden zeichnet herausragende Filme mit den Prädikaten wertvoll und besonders wertvoll aus. Über die Auszeichnungen entscheiden unabhängige Jurys mit jeweils fünf ausgewiesenen Filmexperten aus ganz Deutschland. Die FBW bewertet die Filme innerhalb ihres jeweiligen Genres.
